Verschiedene Formen von Haarausfall

Es gibt viele Möglichkeiten Haarausfall zu charakterisieren. Ist die Art des Haarausfalls erkannt, gestaltet sich die Suche nach möglichen Ursachen und somit einer effektiven Therapie weniger aufwändig. Oftmals wird erhöhter Haarverlust fälschlicherweise als krankhafter Haarausfall interpretiert. Eine Behandlung mit Medikamenten beispielsweise, die aus einer solchen Fehldiagnose heraus durchgeführt wird, stellt eine überflüssige Belastung für Ihren Körper dar, und kann unter Umständen tatsächlich akuten Haarausfall erst verursachen.

Damit Sie von derartigen Unannehmlichkeiten verschont bleiben, erhalten Sie hier die Möglichkeit, sich eingehend über dieses Thema zu informieren. Auf den einzelnen Unterseiten werden verschiedene Formen von Haarausfall mit Ihren häufigsten Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dargestellt.

Norwood-Skala zur Bestimmung der Haarsituation:

  

Der erblich bzw. hormonell bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie (AGA) genannt, ist bei weitem die häufigste Erscheinungsform von Haarausfall. Bei Männern beginnt er häufig schon in den Mittzwanzigern mit Geheimratsecken, bei Frauen hingegen erst nach dem 50. Lebensjahr mit einem lichter werdenden Scheitelbereich. Vier von fünf Männern leiden im Laufe ihres Lebens unter dieser Form des Haarausfalls und bei vielen er mit einer typischen Männerglatze.

Zweithäufigste Form des Haarausfalls ist der kreisrunde Haarausfall oder Alopecia areata. Die Anzahl der Betroffenen ist im Vergleich zum anlagebedingten Haarausfall jedoch sehr gering. Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht ganz erforscht, es wird jedoch vermutet, dass körpereigene Immunzellen die Haarfollikel als körperfremd ansehen, eine Entzündungsreaktion auslösen und so die Haare abgestoßen werden. Etwa 1-2% aller Menschen sind irgendwann von dieser Erkrankung betroffen. Es bilden sich kreisrunde kahle Stellen am Kopf. Der Verlauf dieses Haarausfalls ist sehr unterschiedlich. Teilweise verschwinden die kahlen Stellen wieder von alleine, es kann jedoch auch zur Ausweitung auf den gesamten Kopf kommen (Alopecia totalis) und in ganz schweren Fällen weitet sich der Haarausfall auf den gesamten Körper aus (Alopecia universalis).

Der diffuse Haarausfall, also Haarverlust am gesamten Kopf ohne erkennbares Muster, hat meist eine genau bestimmbare Ursache, die jedoch nicht immer leicht zu finden ist. An- oder Absetzten der Antibabypille, Hormonumstellung nach der Schwangerschaft, Mengelernährung, Crash-Diäten, Stress, bestimmte Medikamente, fieberhafte Erkrankungen oder Operationen unter Vollnarkose können Auslöser sein.

Sehr viele Menschen beobachten bei sich einen saisonalen Haarausfall, auch Fellwechsel genannt, der meist in den Herbst- oder Frühlingsmonaten auftritt. Diese Form des Haarausfalls reguliert sich selbst und benötigt keine Therapie. Das durch die Jahreszeiten verstärkte Ausfallen der Haare ist für viele Betroffene zu unrecht sehr besorgniserregend, da es sich um ein harmloses Phänomen handelt.

Ähnlich dem diffusen Haarausfall ist das Krankheitsbild des chronisch telogenen Effluvium. Dabei ist die Wachstumsphase verkürzt, daher fallen die Haare aus, bevor sie ihre volle Länge und Dicke erreicht haben. Die Gesamtzahl der Haar bleibt unverändert, doch das Volumen beispielsweise des Pferdeschwanzes wird geringer.

Neben diesen Formen gibt es noch zahlreiche andere Arten des Haarausfalls. Piltinfektionen, Hauterkrankungen, BEhandlungen mit bestimmten Medikamenten oder auch bestimmte Frisuren können starken Einfluss auf das Haarwachstum haben. Psychische Erkrankungen betreffen diesen Bereich ebenso und sollten bei der Betrachtung nicht vernachläsigt werden.